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18.09.2026

Steuervollzug: Verbände dringen auf Reformen

Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) und der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) fordern von Politik und Finanzverwaltung einen grundlegenden Kurswechsel im Steuervollzug. In einem gemeinsamen Positionspapier an Politik und Verwaltung sprechen sie sich für schnellere, rechtssichere und stärker kooperative Verfahren aus, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie deren steuerliche Berater zu entlasten.

Hintergrund sind die stetig wachsenden Mitwirkungs- und Dokumentationspflichten für Unternehmen. Ob E-Bilanz, E-Rechnung oder standardisierte Buchführungsdaten: Die Wirtschaft müsse immer mehr Daten liefern, während die daraus entstehenden Vorteile vor allem der Finanzverwaltung zugutekämen, kritisieren die Verbände.

Besonders betroffen seien KMU. Anders als große Konzerne verfügten sie häufig weder über eigene Steuerabteilungen noch über umfangreiche Compliance- und IT-Strukturen. Steuerberater übernähmen deshalb eine zentrale Rolle bei Beratung, Kontrolle und der Erfüllung steuerlicher Pflichten.

Zugleich bemängeln BStBK und DStV lange Bearbeitungszeiten, uneinheitliche Verfahren und unzureichend genutzte Digitalisierungsmöglichkeiten in der Finanzverwaltung. Hinzu komme ein vielfach von Misstrauen geprägter Steuervollzug, der zu zusätzlichem Aufwand und langwieriger Rechtsunsicherheit führe.

In ihrem Forderungspapier verlangen die Verbände daher, dass die zunehmende Digitalisierung auch zu spürbaren Verfahrensvereinfachungen führt. Mehr Daten müssten mit weniger Bürokratie, schnelleren Verfahren und größerer Rechtssicherheit einhergehen. Zudem dürften kleine und mittlere Unternehmen nicht mit Compliance-Anforderungen belastet werden, die ursprünglich für Großunternehmen entwickelt wurden.

Für Betriebsprüfungen sprechen sich BStBK und DStV für einen stärkeren Fokus auf Kooperation und Risikoorientierung aus. Außerdem fordern sie verbindliche Prüfungserleichterungen und frühere verbindliche Klärungen steuerlicher Fragen.

Das gemeinsame Papier wurde nach Angaben der Verbände an Vertreter der Finanzverwaltung von Bund und Ländern sowie an Finanzpolitiker des Bundestages übermittelt und soll die Grundlage für weitere Reformdiskussionen bilden.

Deutscher Steuerberaterverband e.V., PM vom 17.09.2026